Aktuelle Informationen über das Coronavirus für Herzpatienten und Angehörige

Liebe Patientinnen, liebe Patienten,

aktuell scheint es, dass Deutschland mit einer großen gemeinsamen Anstrengung sehr gut auf die die Herausforderungen der Corona Pandemie reagiert hat. Dadurch hat sich vieles in unserem Alltag und im Umgang miteinander verändert. Dies bleibt insbesondre für Risikogruppen eine große Herausforderung. Dennoch sind wir optimistisch, dass es gelingen wird einen Weg zur neuen Normalität zu finden.

Experten schließen aus den bisherigen Beobachtungen und Erfahrungen, dass bei Personen ab 50 Jahren und solchen mit bestehender Herz-Erkrankung das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf erhöht ist.

Da unspezifische Krankheitssymptome wie Fieber die Antwort des Immunsystems auf eine Infektion sind, können diese im Alter schwächer ausfallen oder fehlen, wodurch Erkrankte möglicherweise erst relativ spät zum Arzt gehen. Bei älteren Menschen mit einer Herzkrankheit ist das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf dann noch höher, weil der Virus mehr Zeit hatte, sich im Körper auszubreiten.

Nach wie vor ist es deshalb für die meisten Herz-Patienten sehr wichtig, sich vor Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Wenn Sie unsicher sind (z. B. weil Ihre Herzerkrankung genetisch bedingt ist), sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt um das Risiko individuell besser einschätzen zu können.

Der Weg zurück in eine "verantwortungsvolle neue Normalität" mit dem Coronavirus

Was sollten Sie trotz der zunehmenden Corona-Lockerungen weiterhin beachten?

  1. Infolge der Coronakrise vermeiden viele Menschen mit Grunderkrankungen ihren Arzt aufzusuchen oder den Notarzt zu rufen. Patienten gehen in die Praxen mit erheblicher Verzögerung, weil sie Angst vor einer Infizierung haben. Gerade bei Herzkreislauferkrankungen ist aber oftmals eine frühzeitige Diagnose und Therapie entscheidend, um dauerhaften gesundheitlichen Schaden zu vermeiden.
  2. Unser Rat ist: Lassen Sie sich unbedingt weiterhin zeitnah medizinisch versorgen und untersuchen! Arztpraxen und Krankenhäuser haben sich inzwischen sehr gut auf die Coronakrise eingestellt. Beachten Sie auch, dass viele Patienten Termine aufgeschoben haben. Im zweiten Halbjahr kann es daher schwierig werden einen Termin zu bekommen.
  3. Ihr Zuhause ist im Grund der sicherste Ort. Hier haben Sie selbst die Kontrolle darüber mit wem Sie wie genau und unter welchen Umständen Sie Kontakt haben.
  4. Die große Gefahr ist, dass Sie deshalb zu wenig körperlich aktiv sind. Das begünstigt Trombosen, Arrhtythmien und kann zum plötzlichen Herztod führen.
  5. Versuchen Sie daher, Möglichkeiten zu finden, sich zu bewegen. Stehen Sie regelmäßig auf und laufen Sie herum. Auch ein Spaziergang, Walking oder eine Fahrradtour sind nicht gefährlich, wenn Sie Abstand zu anderen halten. Es verdichten sich die Hinweise, dass man im Freien relativ gut geschützt ist, solange man genug Abstand zu Anderen hält. Im Zweifel halten Sie einfach etwas mehr Abstand, als das Minimum von 1,5 Metern. Sprechen Sie andere Personen freundlich aber bestimmt darauf an, wenn diese Ihnen zu nahekommen.
  6. Vermeiden Sie Orte mit hohem Personenaufkommen (z.B. Bahnhöfe, öffentliche Verkehrsmittel) und Stoßzeiten (z.B. Einkaufen am Samstag, Pendelverkehr)
  7. Wenn Sie ihr Zuhause verlassen, schützen Sie sich mit einer Nasen-Mundschutzmaske - im besten Fall mit FFP2 oder FFP3 Masken. Ihr behandelnder Arzt kann Ihnen solche Schutzbietenden Masken verschreiben. Einfachere Masken (z.B. selbst genähte Stoffmasken oder ein Schal) schützen Sie nicht davor, sich anzustecken. Wenn Sie die Nasen-Mundschutzmaske tragen, achten Sie darauf, dass diese gut um Mund und Nase abschließt! Es ist nicht sinnvoll, die Nase freizulassen! Außerdem müssen Masken regelmäßig gewechselt werden, das sie Keime "aufsammeln". Eine Daumenregel ist: wenn die Maske feucht ist, sollte man sich eine Pause gönnen und dann eine neue Maske nehmen. Stoffmasken sollten einmal täglich gewaschen werden.
  8. Sie sollten den persönlichen Kontakt mit anderen Personen weiterhin möglichst vermeiden. Dies gilt auch für Freunde und Familienmitglieder. Bleiben Sie aber mit Ihren Liebsten weiter in Kontakt, per Telefon, Video-Anruf, oder dem guten alten Brief.
  9. Lassen Sie, wenn möglich eine Freundin, einen Freund, Familienmitglieder oder Nachbarn für Sie einkaufen, oder Nutzen Sie Lieferdienste, die Sie online oder per Telefon beauftragen können. Beachten Sie, dass die Übergabe der Produkte kontaktlos stattfindet.
  10. Wenn Sie zum Arzt müssen, fahren Sie mit Ihrem Auto oder Fahrrad, oder gehen Sie zu Fuß. Ist das nicht möglich, dann nehmen Sie ein Taxi. Vermeiden Sie öffentliche Verkehrsmittel wie Bus oder Straßenbahn, oder Bahn.
  11. Sehr wichtig ist, dass Sie auch weiterhin Ihre Medikamente entsprechend der ärztlichen Verordnung einnehmen. Unterbrechen Sie die Einnahme nicht, ohne vorab mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen zu haben. Bei Nebenwirkungen rufen Sie auf jeden Fall Ihren Arzt oder Ärztin an!

Was Sie weiterhin tun können, um der derzeitigen Problemsituation standzuhalten

  1. Versuchen Sie Ihre Tage so gut es geht zu strukturieren. Das gibt Ihnen Sicherheit und hilft in Stresssituationen.
  2. Gestalten Sie Ihren Tag aktiv und möglichst genau. Durch Planung und Zielsetzung, werden Sie das Gefühl haben die Situation selbst kontrollieren zu können. Schreiben Sie ein Tagebuch und setzen Sie sich Tagesziele. Auch die Erfüllung und das Abhaken kleiner Vorhaben wird Ihnen Freude schenken.
  3. Konsumieren Sie Medien gezielt und bewusst. Schauen und Lesen Sie nur seriöse Medien. Nur gesicherte und bestätigte Informationen bringen Ihnen einen Mehrwert und Sicherheit.
  4. Erkennen Sie Ihre Stärken neu. Denken Sie an alle positiven Erfahrungen, die Sie bis heute in Ihrem Leben gemacht haben. Denken Sie an Ihre Ziele, Wünsche, Talente und guten Werte. All das sind Quellen der Kraft die uns stärken.
  5. Legen Sie Ihren Fokus auf Positives. Das gibt Ihnen Beruhigung und Stabilität. Achten Sie auf positive Gesprächsinhalte mit Ihren Bezugspersonen.
  6. Bleiben Sie in Bewegung. Trotz der Ausgangsbeschränkung können Sie eine Runde um den Block drehen, im Wald spazieren gehen oder die frische Luft im Garten oder auf dem Balkon genießen.
  7. Halten Sie Ihre sozialen Kontakte trotz der Distanzen aufrecht. Nutzen Sie beispielsweise das Telefon oder Videogespräche, um mit der Familie oder dem Freundeskreis in Verbindung zu bleiben.

Was können Sie tun, um Ängste und Sorgen zu reduzieren

  1. Machen Sie Pausen bei der Medienzeiten oder schalten Sie das Internet aus. So können Sie die Belastung durch Medienkonsum über die Corona-Pandemie reduzieren.
  2. Suchen Sie Kontakt zu Menschen, von denen Sie wissen, dass Sie optimistisch in die Zukunft schauen. Denken Sie dabei daran, dass es sich um eine vorübergehende Situation handelt, auf die eine Normalisierung mit Sicherheit folgen wird. Lassen Sie keine unnötige Panik zu.
  3. Begrenzen Sie das Grübeln auf nicht länger als 5 Minuten am Tag und fokussieren Sie sich auf angenehme Empfindungen. Das Nachdenken über die Situation und das Entwickeln eigener Strategien ist für manche Menschen eine Art, mit Stresssituationen umzugehen. Wenn solche Strategien überhandnehmen, kann dies jedoch kontraproduktiv für Ihre mentale Gesundheit sein.
  4. Denken Sie positiv! In dieser ungewohnten Situation kann es zu unterschiedlichen Gefühlen der Angst oder Stress kommen. Nehmen Sie diese Gefühle wahr und besprechen Sie diese mit Ihrer Bezugsperson. Natürlich können Sie auch gerne professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen. Es gibt viele PsychologInnen und PsychotherapeutInnen, die Ihnen telefonisch oder online zur Seite stehen.

Informationen zum Coronavirus

  1. Robert - Koch Institut:
    www.rki.de
  2. Deutsche Herzstiftung:
    www.herzstiftung.de
  3. Bayrische Staatsregierung:
    www.bayern.de
  4. Corona Maßnahmen in Dresden:
    www.dresden.de

Hilfsangebote

Psychologische Hilfe zur Stabilisierung und Entlastung

Würzburg und Umgebung

  1. Beratungsstelle für seelische Gesundheit Bayerisches Rotes Kreuz Würzburg:
    Tel. 0931/41 30 80
  2. Erthal Sozialwerk Würzburg:
    Tel. 0931/55 445
  3. Das Bürgertelefon von Stadt und Landkreis Würzburg:
    Tel. 0931/8003 5100
  4. Beratung & aufsuchende Hilfe für Senioren, Stadt Würzburg, Telefonberatung und Hausbesuche im Notfall:
    Tel. 0931/37 35 10


Bundesweit

  1. Silbertelefon - Hotline gegen die Einsamkeit für ältere Menschen:
    Tel. 0800/ 470 80 90 täglich 8 - 22 Uhr
  2. Corona Hotline des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen:
    Tel. 0800/ 77 72 244 täglich 8 - 20 Uhr
  3. Telefonseelsorge Rund um die Uhr, kostenfrei, bundesweit:
    Tel. 0800/11 10 111 oder 0800/11 10 222

Einkaufsservice für Senioren und Risikogruppen

  1. Bayerisches Rotes Kreuz:
    Tel. 08000/ 275 275
  2. Malteser Würzburg:
    Tel. 0700/ 625 83 737
  3. Arbeiter-Samariter-Bund:
    Tel. 0931/ 25 07 70
  4. AWO:
    Tel. 0931/ 61 93 66 09
  5. ADAC Ortsclub Würzburg:
    Tel. 09305/ 98 99 62

Online Angebote

  1. www.quarantaenehelden.org
    die Seite vermittelt Helfende an Personen, die Hilfe benötigen.
  2. www.nebenan.de
    organisiert Nachbarschaftshilfe
  3. Gemeinschaft.online
    organisiert Nachbarschaftshilfe. Hotline 07172/ 93 40 048
  4. Facebook Gruppen "Corona-Hilfe Würzburg und Umgebung" und "#CoronaCare"



Was tun beim Verdacht, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben?

  1. Melden Sie sich zunächst telefonisch bei Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin. Falls er/sie nicht erreichbar ist, können Sie sich auch mit dem ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der bundesweiten Rufnummer 116 117 in Verbindung setzen.
  2. Wichtig dabei: Rufen Sie Ihren Arzt zunächst an und gehen Sie nicht sofort in die Praxis. So vermeiden Sie ein erneutes Ansteckungsrisiko für sich und Andere.
  3. Schildern Sie am Telefon Ihre Symptome auch unter Verweis auf Ihr Reiseland bzw. den Kontakt zu einer positiv getesteten Person.
  4. Ihr Arzt/Ihre Ärztin wird Ihren Gesundheitszustand vorläufig einschätzen und das weitere Vorgehen, etwa einen Termin zum Test oder Quarantänemaßnahmen, mit Ihnen besprechen.
  5. Befolgen Sie die Anweisungen Ihres Arztes/Ihrer Ärztin und halten Sie sich für mögliche Rückfragen durch die zuständigen Behörden zur Verfügung.